Baukonzept PRO LEHM

PRO LEHM arbeitet seit der Betriebsgründung im Jahr 1993 an einem handwerklich ausgerichteten Produktionskonzept. Neben der Entwicklung von verschiedenen Lehmbauprodukten, wie Lehmbauplatten, unterschiedlichen Lehmputzen, Lehmfarben und großformatigen Systemlehmsteinen, erarbeitete PRO LEHM auch ein Baukonzept, das die Innovationen und Erfahrungen der letzten 32 Jahre bündelt und kostengünstiges, standortgerechtes, ökologisches Planen, Produzieren und Bauen ermöglicht.

Management Summary

Wirtschaftliches, standortbezogenes, ökologisches und ökonomisches Planen, Produzieren und Bauen, basierend auf der lokalen Herstellung von Lehm-, Kalk-, und Recyclingbaustoffen.

PRO LEHM ist ein handwerklich ausgerichteter Betrieb, der es durch seine umweltbewusste und ressourcenschonende Verwendung von Lehm-, Kalk- und Recyclingbaustoffen schafft, regionale Wirtschaftskreisläufe aufzubauen und zu stärken. Darunter fallen nicht nur die Baustoffe und ihre Nachhaltigkeit, sondern auch der Mensch, zum einen als Arbeitskraft und zum anderen als Nutzer des Endprodukts. Regionale Arbeitsplätze werden geschaffen, Baustoffe werden unter minimalem maschinellen Einsatz hergestellt und verbaut und der Nutzer erhält ein 100 % recycelbares Produkt, das für ein besonders gesundheitsverträgliches Innenraumklima sorgt. Mit der Verwendung von Lehm- und Kalkbaustoffen von PRO LEHM steigt man in einen nachhaltigen Wirtschaftskreislauf ein, der besonders wirtschaftsschwache Regionen stärkt. Der Zukunftsausblick zeigt, dass mit der möglichen Etablierung weiterer regionaler Betriebe in Deutschland mehr als 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Besonders großes Potential bietet dieses Arbeitsmodell auch in Entwicklungsländern. PRO LEHM hat mit der Gründung mehrerer Lehmziegelleien in Äthiopien bereits praktische Erfahrung gesammelt und sieht enormes Potential auch in anderen Regionen der Welt. Das Baukonzept von PRO LEHM hat sich seit vielen Jahren im Norden Deutschlands etabliert und ist durch seine innovativen Arbeitskonzepte auf dem Weg regionales wirtschaftliches Handeln ganzheitlich umzusetzen.

Baukosten für komplettes Gebäude ohne Haustechnik in €/m2 Wohnfläche1750 – 2300
Recycelfähigkeit der eingesetzten Baustoffe in %91
Einsparung von Grauer Energie in Vergleich zu konventionellen Baukonzepten in %52
Arbeitsplatzschaffungspotential in Deutschland mehr als7000

Hinführung zum Thema

Probleme ökologischen Bauens in Deutschland heute

In den letzten Jahren erfuhren ökologische Baustoffe eine steigende Nachfrage und insbesondere das Interesse an Lehmbaustoffen hat deutlich und kontinuierlich zugenommen. Ökologisches Bauen in Deutschland ist jedoch noch verhältnismäßig teuer. Gründe hierfür sind:

  • Lange und komplizierte Planungsphasen, da noch keine Planungsroutine bei Architekten besteht, z. B. in Bezug auf den Einsatz von ökologischen Baustoffen.
  • Oftmals eine komplizierte Architektur und durch den Einsatz von vielen unterschiedlichen Baumaterialien mit komplizierten Materialübergängen.
  • Trotz steigender industrieller Produktion von ökologischen Baustoffen sind die Materialkosten ökologischer Baustoffe verglichen mit konventionellen Baustoffen noch immer relativ hoch.
  • Hohe Transportkosten, da die gewünschten Baumaterialien meist lokal nicht verfügbar sind.
  • Im ökologischen Baustoffbereich bestehen überdurchschnittlich hohe Handelsspannen (langer Weg von der Produktionsstätte zum Endverbraucher).
  • Nicht rationelle und oft fehlerhafte Bauausführung von konventionellen Handwerksbetrieben.
  • Überdurchschnittlich lange Bauzeiten.
  • Die steigenden Energiepreise in den letzten Jahren haben die Herstellungskosten der energieintensiven industriellen ökologischen Baustoffproduktion auch stark belastet.
  • Komplizierte Bauteilkonstruktionen

Neben den ohnehin schon recht hohen Bauzusatzkosten für Grundstück, Architekt, Statik und Gebühren im Individualbau entstehen beim ökologischen Bauen, wie oben angeführt, noch weitere Kosten, die sich entsprechend negativ auf die Baugesamtkosten auswirken.

Die Lösung: Das PRO LEHM Konzept: Planen, Produzieren und Bauen aus einer Hand

PRO LEHM entwickelte bezogen auf lokale Gegebenheiten handwerklich ausgerichtete geschlossene Planungs-, Produktions- und Baukreisläufe, die hauptsächlich auf lokal vorhandene Ressourcen (z.B. Rohstoffe, Arbeitskräfte, Knowhow) zurückgreifen und dadurch eine enge Vernetzung auf lokaler Ebene ermöglichen. Viele der zuvor genannten heutigen Probleme im Bereich des ökologischen Bauens werden dadurch vermieden bzw. deutlich reduziert. Durch diese intensive Vernetzung der drei wichtigsten am Bau beteiligten Wirtschaftskreisläufe werden die Wege zwischen der Planung, der Produktion und dem Bauen verkürzt und optimiert.

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich eine „moderne“ Bauwirtschaftskonzeption, in der die Teilbereiche Planen, Produzieren und Bauen komplett voneinander getrennt, zentralisiert und dadurch auch zum Teil monopolisiert wurden. Resultat dieser Entwicklung sind heutige Produktionsmechanismen, die in der Regel energieintensiv und arbeitsextensiv organisiert sind. Zudem ist die industrielle, zentralisierte Massenproduktion von Baustoffen von sehr kostenintensiven und komplizierten Vermarktungsstrategien abhängig, die zum Teil mittlerweile mehr als 60 % der Endverbraucherpreise ausmachen. Oftmals ist der Anteil der Produktionskosten niedriger als die Energiekosten für die Herstellung, die Transportkosten zum Endverbraucher und der Anteil der Vermarktungskosten.

Grafik für Baukonzept

Ein wichtiger ökonomischer Vorteil des PRO LEHM Baukonzeptes ist, dass 70 % der Baustoffe, die zum Hausbau notwendig sind, durch Eigenproduktion hergestellt werden. Das bezieht sich nicht nur auf die Produktion von Lehmbaustoffen, sondern umschließt auch Kalkbaustoffe und Baustoffe aus recycelten Ziegelsteinen, wie z. B. Boden- und Wandfliesen und Fensterbänke.

PRO LEHM ist der einzige Betrieb, der zusätzlich in selbstentwickelten und patentierten Lehmpyrolyseöfen aus Restholz hochwertige Biokohle herstellt und in die Lehm- und Kalkbaustoffe beimischt. Dadurch wird der Dämmwert der Baustoffe erhöht und im Vergleich zu einem Holzhaus wird 3-mal mehr CO₂ dauerhaft der Atmosphäre entzogen. Am Ende der Nutzzeit des Biokohle-Lehmhauses können die Lehmbaustoffe recycelt oder renaturalisiert werden, ohne dass die Biokohle von Mikroorganismen abgebaut wird. Damit garantieren wir, dass die CO₂-Festlegung durch die Biokohle über Jahrhunderte zusätzlich eine bodenrevitalisierende Funktion erfüllt.

Das PRO LEHM Baukonzept

PRO LEHM macht die Wege „kurz und sicher“ zwischen der Planung, der Produktion und dem Bauen. PRO LEHM erreicht kostengünstiges Bauen durch die Kombination folgender Aspekte:

  • Einfache und trotzdem stilvolle Baugestaltung ermöglicht zügiges und risikofreieres Bauen
  • Eigene Herstellung von ökologischen Baumaterialien für die Bereiche Fußboden, Wand und Dach in einer handwerklich organisierten Produktionsstätte, wodurch der Zukauf von Baumaterialien wesentlich reduziert wird
  • Die Arbeitsabfolge bei unserem Baukonzept ist verändert (zuerst das Energiedach, dann das Haus) und ermöglicht dadurch einen trockenen und wärmebrückenfreien, monolithischen Massivbau.
  • Vielschichtige, kostengünstige und schnelle Innovationszyklen sind Teil des Konzepts

PRO LEHM setzt durch dieses Baukonzept folgende Aspekte um:

  • Konsequenter Aufbau von lokalen Rohstoffkreisläufen
  • Minimaler Energieeinsatz in der Produktion, für den Transport und den Verbau
  • Herstellung qualitativ sehr wohngesunder und hochwertiger Baustoffe
  • Realisierung eines sehr guten Wärmedämmstandarts
  • Die PRO LEHM Häuser sind komplett recycelbar und stellen somit am Ende der Nutzzeit einen Materialverkaufswert dar
  • Reduzierung der Anzahl von eingesetzten Baustoffen auf Lehm, Kalk, Ziegel, Holz und als Dämmstoff Schaumglasschotter, Blähglas (hergestellt aus Recyclingglas) und Biokohle
  • Der Energie- und Wasserbedarf während der Nutzzeit des Hauses ist gering, durch:
    1. Passive Nutzung von Solarenergie
    2. Aktive Nutzung von Solarenergie durch eine Photovoltaikanlage
    3. Regenwassernutzung
    4. Optional: Terra Preta Komposttoiletten
    5. Optional: Grauwasserreinigung durch eine Pflanzenkläranlage

Ein wichtiger Aspekt für uns ist die Schaffung eines gesunden, schadstoffunbelasteten Innenraumklimas. Unsere Baustoffauswahl orientiert sich in erster Linie an diesem Aspekt.

Lehm, richtig verarbeitet, ist ein Garant für ein gesundes, optimales Raumklima und wird deshalb von uns bevorzugt eingesetzt. Alle anderen Baumaterialien, die in unserem Konzept mitverwendet werden, müssen ohne Einschränkung ebenfalls gesundheitsunbedenklich sein.

Zusätzlich sind wir die einzige Firma in Deutschland, die auch andere Baustoffe aus Kalk und Zement durch unsere patentierten Aktivit-Beimischungen in die Lage versetzen, ein besonders gutes Innenraumklima zu erzeugen. Dabei wird CO₂ dauerhaft abgespeichert, Innenraumschadstoffe werden gebunden und somit wird effizienter Klimaschutz umgesetzt.

Dieser Betriebsbereich hat ein immenses Wachstumspotential und wird in den nächsten Jahren von uns offensiv vermarktet.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist für uns die Wiederverwendbarkeit der eingesetzten Baumaterialien. Ob es sich um Wände, Dächer oder andere raumumschließende Bauteile handelt: Unser Konzept ist so angelegt, dass die Massenbaustoffe recycelbar sind (keine Verwendung von Verbundbaustoffen) und somit am Ende der Nutzzeit kein Entsorgungsproblem darstellen, sondern einen Materialrestwert als wiederverwendbare Baustoffe erzielen.

Inhaltsverzeichnis

Sie haben Fragen zu unserem Ökohaus-Konzept?

Wir beraten Sie gern zu Materialien, Konzept und Umsetzung:

PRO LEHM / AKTIVIT
Westerlück 7
24977 Langballig

Telefon: 04636 – 97 99 827
Mobil: 0175 – 124 22 36
E-Mail: info@aktivit.de